Bebauungskonzept Kalksandsteinwerk Häcklingen

Kalksandsteinwerk Häcklingen: Bebauungsplan mit konkreten Zahlen und Strukturen

Aus einer „leeren Lichtung“ im Wald könnte ein neues Wohnquartier entstehen: Für das ehemalige Kalksandsteinwerk in Häcklingen liegen jetzt erstmals konkrete Zahlen und ein städtebauliches Konzept vor. Der Überblick.

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Für das ehemalige Kalksandsteinwerk Häcklingen liegt ein konkretes städtebauliches Konzept vor. Der Bebauungsplan wurde im Bauausschuss der Hansestadt Lüneburg am 20. April 2026 präsentiert – und geht deutlich über bisherige Absichtserklärungen hinaus. Erstmals sind Strukturen, Nutzungen und Zahlen benannt. Damit verändert sich die Einordnung grundlegend: Aus einem möglichen Entwicklungsgebiet wird ein klar umrissenes Wohnquartier in Planung.

Hier geht’s zum Bebauungskonzept.

Vom Kalksandsteinwerk Häcklingen zur „grünen Lichtung“

Ein Bild aus der Präsentation beschreibt den Wandel besonders treffend: Das Gelände ist heute eine „leere Lichtung“ im Wald – und soll zur „grünen Lichtung“ mit umliegender Bebauung werden. Die Bebauung gruppiert sich um eine zentrale Freifläche, der Charakter des Ortes bleibt durch umgebende Waldstrukturen erhalten, und Natur und Siedlung werden bewusst miteinander verzahnt. Das unterscheidet das Projekt deutlich von klassischen Neubaugebieten auf der grünen Wiese.

Das Plangebiet liegt am südöstlichen Rand von Häcklingen, aktuell eine Brachfläche auf dem ehemaligen Werksgelände. Im Osten und Süden schließen Waldflächen an, im Westen liegt bestehende Wohnbebauung, im Norden unter anderem die Skateranlage. Genau diese Lage stellt zwei Anforderungen gleichzeitig: Anschluss an den bestehenden Ort – und gleichzeitiger Schutz sensibler Naturbereiche.

Kalksandsteinwerk Häcklingen: Bebauungsplan sieht 155 Wohneinheiten vor

Insgesamt sind 155 Wohneinheiten geplant. Die Verteilung zeigt, dass bewusst ein Mix entstehen soll:

– 8 Wohneinheiten in Doppelhäusern
– 36 Wohneinheiten in Reihenhäusern
– 64 Wohneinheiten im geförderten Geschosswohnungsbau
– 50 Wohneinheiten im frei finanzierten Geschosswohnungsbau

Damit soll bezahlbarer Wohnraum entstehen, das Angebot unterschiedliche Lebenssituationen abdecken und die Fläche effizienter genutzt werden als bei reiner Einfamilienhausbebauung. Der hohe Anteil an Geschosswohnungen macht deutlich: Hier wird nicht nur für Eigenheiminteressierte geplant, sondern auch für Mieter und verschiedene Haushaltsgrößen.

Gewerbe, Flexgrundstücke und die Idee des kurzen Weges

Das Quartier soll kein reines Wohngebiet werden. Geplant sind kleinteilige Gewerbeflächen mit rund 7.600 Quadratmetern auf fünf Grundstücken. Hinzu kommen sogenannte Flexgrundstücke – Flächen, die sowohl gewerblich als auch zum Wohnen genutzt werden können. Das Ziel: kurze Wege im Alltag, kleine Dienstleistungen im Quartier, eine lebendige Nutzung statt reiner Schlafstadt. Als Vorbild wird in der Präsentation die Stadtkoppel genannt.

Städtebauliche Struktur und Mobilität

Die städtebauliche Struktur folgt einer klaren Logik: Im Zentrum liegt eine längliche Grün- und Retentionsfläche, um die sich das Quartier schleifenförmig organisiert. Sie dient gleichzeitig als Aufenthalts- und Spielfläche, als Grünraum und als Fläche für das Regenwassermanagement. Die Erschließung erfolgt über eine Zufahrt von Norden, ergänzt durch ein engmaschiges Wegenetz im westlichen Bereich.

Beim Thema Stellplätze zeigt sich eine klare Tendenz weg vom klassischen Pkw-orientierten Baugebiet: Für Geschosswohnungen sind 0,7 Stellplätze je Einheit vorgesehen, für Reihenhäuser 1,0, für Doppelhäuser 1,5. Stellplätze werden überwiegend in Sammelanlagen organisiert, CarSharing und E-Ladeplätze sind eingeplant.

Naturschutz als fester Bestandteil des Konzepts

Ein besonderes Augenmerk der Planung gilt dem östlichen Bereich des Geländes, wo wertvolle Lebensräume erhalten bleiben sollen. Bestehende Spazierwege bleiben relevant, neue Wege verknüpfen das Quartier mit der Umgebung, im Westen ist ein Naturerfahrungsraum vorgesehen. Offen sind noch Fragen zum Einfluss des Verkehrslärms der B209 und zur Verträglichkeit von Gewerbe und Wohnen – beides ist ausdrücklich als Prüfauftrag formuliert.

Was bedeutet der Bebauungsplan Kalksandsteinwerk Häcklingen für den

Mit 155 neuen Wohneinheiten wird dieses Projekt den Stadtteil spürbar verändern: mehr Einwohnerinnen und Einwohner, steigende Anforderungen an die Infrastruktur, neue Wegebeziehungen und eine stärkere Verbindung von Siedlung und Landschaft. Gleichzeitig bietet das Projekt Chancen: zusätzlicher Wohnraum, neue Impulse für den Stadtteil und die Aufwertung eines lange ungenutzten Areals.

Gleichzeitig ist deutlich:

Das Projekt steht noch am Anfang.

Viele Details – etwa zur konkreten Bebauung, Verkehrsanbindung oder Umweltverträglichkeit – werden erst in den nächsten Planungsschritten geklärt.

Und genau hier kommt die Öffentlichkeit ins Spiel:

Mit der gestarteten frühzeitigen Beteiligung ist jetzt der Zeitpunkt, an dem Hinweise, Kritik und Ideen eingebracht werden können.

Kalksandsteinwerk Häcklingen Bebauungsplan

Quelle: https://buergerinfo.stadt.lueneburg.de/public/to010?5–anlagenHeaderPanel-attachmentsList-2-attachment-link&SILFDNR=1000306&refresh=true

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